Besuch der Wetterwarte Süd

BPC-Mitglieder besuchen Wetterwarte Süd

 

Eine Studienfahrt der besonderen Art führte  rund zehn Mitglieder des Bodensee-Presseclubs (BPC) im Juli zur Wetterwarte Süd nach Bad Schussenried. Das Gespräch mit „Wetter-Papst“ Roland Roth mit anschließender Führung zu den technischen Einrichtungen vermittelte tiefe persönliche Eindrücke über das Lebenswerk des Betreibers der Wetterwarte Süd, die im vergangenen Jahr ihr 50- jähriges Bestehen feiern konnte.

Roth erzählte überaus offen über seine Kindheit, seine erwachende Liebe zu allen Phänomenen rund um das Wetter und auch über zukünftige Entwicklungen rund um die Dienstleistungen der Wettervorhersagen aus seinem Haus.

Die Gäste vom Bodensee waren klimafreundlich mit der Bahn angereist. Dabei zeichnete sich dieses Verkehrsmittel bei beiden Fahrten durch ausgedehnte Verspätungen aus. Umso gelockerter dann die Atmosphäre im Garten von Roland Roth, wo die BPC-Mitglieder im großen Rund den Worten des Gastgebers lauschten. Der junge Roland war schon als Kind von Gewittern mit Donner und Blitzen fasziniert. Seit seinem

13. Lebensjahr beobachtete er die Wetterphänomene und machte Aufzeichnungen. Roth ist froh darüber, dass er damals nach der Schule nicht Meteorologie sondern Geografie, Theologie und dann noch Philosophie studierte. Das habe ihn davor bewahrt, sich eng an Wettermodelle der klassischen Art zu klammern. Vielmehr bezieht er seine Daten für die Vorhersagen durch intensive Beobachtung des regionalen Wetters mit allen Besonderheiten, wie etwa dem unberechenbaren Föhn. Als überaus wertvoll schätzt der 65-Jährige dabei die in vielen Jahren gesammelten Erfahrungswerte ein.

„Ich bin bekennender Wetter-Liebhaber“, sagte Roth mit voller Überzeugung. Dazu gehört auch, dass er zu seinen vielen Vorträgen und sonstigen Terminen fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs ist.

Heute arbeiten rund 300 Leute für die Wetterwarte. Die meisten davon sind ehrenamtliche Datensammler. Der feste Kern besteht aus 30 Mitarbeitern. „Wir kommen alle es der Region und kennen uns mit dem Wetter hier aus“, sieht Roth die Grundlage seiner präzisen Voraussagen. Übrigens gehört der frühere Politiker und heutige Publizist Oswald Metzger seit vielen Jahren zu den Leuten, die Roth unterstützen. „Nach meiner Mutter war er der zweite Mitarbeiter, der mir half“, erinnerte sich der Wetter-Papst, der den Begriff „Wetter-Frosch“ übrigens gar nicht leiden kann.

Das Gebiet, in dem sich Roland Roth bestens auskennt, reicht vom Montafon in Vorarlberg bis Stuttgart und vom Schwarzwald bis München. Insgesamt werden derzeit sieben Wetterzentralen betrieben. Derzeit gibt es konkrete Überlegungen, eine große zentrale Wetterzentrale zu bauen. Ort könnte der Stammsitz Bad Schussenried sein. „Ich habe aber auch sehr konkrete Angebote von größeren Städten, die die Wetterwarte Süd sehr gerne in ihren Mauern sehen würden. Wohin es ihn und seine Mitarbeiter letztlich ziehen wird, ließ sich Roth nicht entlocken. Alles sei noch im Fluss, Entscheidungen sind noch nicht gefällt worden.

Nach Vorstellung der Aufzeichnungsgeräte im Garten und der Demonstration seiner Computerzentrale mit Wettervorsagen speziell für die BPC-Gäste überreichte Vize-Präsident Herbert Guth ein Weingeschenk und einen Umschlag für die Unterstützung der Wetterwarte. Anschließend ging es zu einer Nachbesprechung in den Garten der Schussenrieder Brauerei, wo sich auch Roland Roth einfand. Hier wurde fachgesimpelt, bis es schließlich hieß Abschied zu nehmen. Ein kurzweiliger Nachmittag wird in guter Erinnerung der Teilnehmer bleiben.

Text und Fotos: Herbert Guth