Reinhard Kloser und die Hohentwiel

Dampfschiff „Hohentwiel“ – Vom Schrotthaufen zum Schmuckstück auf dem Bodensee

 

Wer hat nicht schon bewundernde Blicke auf das historische Dampfschiff „Hohentwiel“ geworfen, wenn es im Hafen von Friedrichshafen anlegte oder es eine Begegnung bei der Schifffahrt auf dem Bodensee gab? Wie kam es dazu, dass dieses Schmuckstück nach Jahren der Versunkenheit wieder auf dem See einen Platz fand? Antworten darauf gab Ende Januar Reinhard Kloser, dessen unermüdlichem Schaffensdrang es gemeinsam mit engagierten Mitstreitern rund um den Bodensee zu verdanken ist, dass die „Hohentwiel“ wieder die Wellen durchpflügt. Kloser trieb den Wiederaufbau des damals maroden Schiffes voran und war jahrelang Kapitän des stolzen Dampfers. Er erzählte in einem lebendigen Vortrag in Wort und Bild die ganz persönliche Geschichte, wie dieses Schiff vom einstigen Schrotthaufen zum Schmuckstück auf dem Bodensee aufgebaut wurde.

 

Dass sich die Vortragsveranstaltungen des Bodensee Presse-Clubs (BPC) in den Nachmittagsstunden größter Beliebtheit erfreuen, bewies der Besuch von knapp 30 Mitgliedern und Freunden des BPC, die den Worten von Reinhard Kloser aus Hardt bei Bregenz lauschten und die dokumentarisch wertvollen Bilder bewunderten. Vor weit über 30 Jahren wurde der Gedanke zur Renovierung des maroden Dampfschiffs geboren. Kloser war jahrzehntelang Leitender Ingenieur auf Dampf-Schiffen auf allen Weltmeeren. Er brachte also das Rüstzeug für das Projekt „Hohentwiel“ mit.

 

Viele Weggefährten nannten die Idee Klosers als spleenige Vorstellung, die sich nie verwirklichen lasse. Doch Reinhard Kloser gab nicht auf. In dem damaligen Lindauer Landrat Henninger fand er einen einflussreichen Mitstreiter. 1984 wurde der Verein Internationales Bodensee-Schifffahrts-Museum gegründet. Kloser schilderte lebhaft die Höhen Tiefen der Restaurierung des 1962 außer Betrieb genommenen Schiffes. So genannte Experten bezeichneten die Pläne als nicht durchführbar, wie sich Reinhard Kloser erinnerte. Entsprechend große Probleme bereitete die Suche nach Geldgebern.

 

„Unser Ziel war es, die „Hohentwiel“ so wieder aufzubauen, wie sie einmal war.“ Das Ziel war durchaus ehrgeizig, zumal das so genannte Schiff eigentlich ein Rost- und Schrotthaufen war. Trotz aller anfänglicher Widerstände und Zweifel startete die „Hohentwiel“ im Februar 1990 zu ihrer ersten Probefahrt. Bis dahin waren 2,2 Millionen Euro in die Arbeiten für die Instandsetzung des nach Ansicht vieler Bewunderer des derzeit schönsten Schiffes auf dem Bodensee geflossen.

 

BPC-Präsident Manfred Weixler fasste unter dem Beifall der Zuhörer die Leistung von Reinhard Kloser im Zusammenhang mit der Wiederbelebung des Dampfschiffes „Hohentwiel“ mit folgenden Worten zusammen: „Reinhard, Du hast Dir für die Verwirklichung dieses Projekts ein Denkmal gesetzt.“

 

 

 

Text und Fotos: Herbert Guth sowie Fotos von Christian Lewang