Jürgen Löffler beleuchtet Verkehrsverbund "bodo"

Jürgen Löffler beleuchtet Verkehrsverbund „bodo“

 

 

Von Herbert Guth

 

 

Wer kurzweilig Informationen über einen Verkehrsverbund vermitteln möchte, der ist gut beraten, die Einblicke direkt vor Ort zu ermöglichen. Dies beherzigte der Bodensee-Presseclub (BPC) Friedrichshafen, als fast 20 Mitglieder zusammen mit Jürgen Löffler, seit 2003 Leiter des Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbunds, kurz Bodo genannt, auf sommerliche Fahrt gingen.

 

„Direkt am Produkt“, so BPC-Präsident Manfred Weixler bei seiner Begrüßung, trafen sich die Teilnehmer an der Informationsfahrt am Hafenbahnhof. Von hier aus ging es mit der Bahn nach Lindau.

 

Noch auf dem Bahnsteig und später im Zug führte Jürgen Löffler in das Thema ein. Die angesprochenen Themen waren vielfältig: Mobil mit Bus und Bahn. Erweiterung des Tarifgebiets um den Landkreis Lindau. Digitalisierung des Vertriebs, neue Bedienungs- und Tarifangebote. Was kann ein Verkehrsverbund alles tun, um öffentliche Mobilität zu fördern und Menschen zum Umdenken zu bewegen?

 

 

Auf der Fahrt am Bodensee entlang und später bei deiner eineinhalbstündigen Panoramarundfahrt mit dem Schiff “MS Lindau“ der Bodenseeflotte erläuterte Jürgen Löffler sachkundig an Beispielen die „bodo“-Aktivitäten. Die Zuhörer gewannen tiefe Einblicke in die Herausforderungen, vor die sich eine dynamische Einrichtung wie dieser Verkehrsverbund gestellt sieht. Immerhin wurden seit Gründung von „bodo“ 22 Verkehrsunternehmen dazu gebracht, ein einheitliches Tarifgebiet mit einem gemeinsamen Tarif zu schmieden. Staatliche und private Verkehrsunternehmen ziehen an einem Strang.

 

 

Viel Arbeit wurde investiert, um zum Jahresbeginn das Verbundgebiet um den Landkreis Lindau zu erweitern. Parallel dazu ging das Projekt E-Card an den Start. Die Vorbereitungen für die Einführung einer elektronischen Karte, mit der das Bezahlen vereinfacht werden soll, laufen seit 2008. Nach ersten anfänglichen technischen Schwierigkeiten zeigte sich Jürgen Löffler zufrieden mit den Neuerungen.

 

Doch auch die Zukunft bringt weitere Herausforderungen, wie Jürgen Löffler ausführte. Es werden Antworten auf die Frage gesucht, wo es weitere Betätigungsfelder in Sachen Mobilität gibt. Gearbeitet wird an einer Zusammenarbeit verschiedener Verkehrssysteme. Aber auch die landesweite Vernetzung von Verkehrsverbünden wird diskutiert.

 

 

Offen kritisierte Löffler, dass der schienengebundene Personennahverkehr nicht mehr funktioniert. Der Bahn fehlen Fahrzeuge, es fehlt an Personal. „In den Zügen herrschen grenzwertige Zustände“, schilderte Löffler die Lage.

 

Zahlreiche Diskussionsbeiträge belegten, dass das Thema bei den Teilnehmern auf größtes Interesse stieß. Auch die Offenheit von Jürgen Löffler, der Schwierigkeiten und Probleme in der täglichen Arbeit nicht verschwieg, fand breite Zustimmung. Ein Weingeschenk beim abschließenden Besuch des Weinrädles „Marte“ in Nonnenhorn war ein kleiner Dank an den Referenten.

 

 

 

Fotos: Christian Lewang/Herbert Guth