Baustellenbesichtigung B31 mit MdB Lothar Riebsamen


 

Der Bau der Umgehungsstraße

im Zuge der Bundestraße 31 zwischen Friedrichshafen-Waggershausen und Immenstaad liegt mit Blick auf den geplanten Fertigstellungstermin Ende 2020 voll im Zeitplan. Das versicherte Christoph Becker, Baubevollmächtigter des Unternehmens DEGES, vor Mitgliedern und Gästen des Bodensee-Presseclubs Friedrichshafen (BPC). „Wir haben keine Verzögerungen, die sich auf die geplante Fertigstellung des Gesamtprojekts auswirken“, erklärte Becker.

 

Bei dem Besichtigungstermin vor Ort informierten sich die BPC-Mitglieder über den Stand der Arbeiten. Die Abkürzung DEGES steht für Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und Bau GmbH. Sie ist für die Abwicklung des über 157 Millionen Euro teuren Projekts verantwortlich. Diese Projektmanagementgesellschaft arbeitet im Auftrag der öffentlichen Hand und koordiniert als Bauherr das B 31-Projekt. Die Straße mit vier Streifen wird etwas über sieben Kilometer lang. Sie soll einmal eine Verkehrsbelastung von heute geschätzt 27 000 Kraftfahrzeuge pro Tag bewältigen. 13 Brücken und ein Tunnel mit zwei Röhren im Bereich Waggershausen gehören unter anderem zu der Baumaßnahme. Mit dem Tunnelbau soll Ende des Jahres begonnen werden.

 

Aus den Reihen der Besucher wurde die Frage angesprochen, wie der enorme Verkehr von den vier Spuren in den nur zwei Spuren breiten Tunnel ab dem Colsmanknoten in Richtung Messe gelenkt werden kann. Es wurde die Befürchtung geäußert, dass ortskundige Autofahrer doch wieder durch die Innenstadt fahren. Andere sagen bei hohem Verkehrsaufkommen auf der neuen Straße einen Rückstau bis Fischbach voraus. Das Geld für eine zweite Tunnelröhre ab dem Colsmanknoten sei beim Bund vorhanden, versicherte der CDU-Bundestagsabgeordnete Lothar Riebsamen, der als Gast bei der Besichtigungstour dabei war. Es liege allein an der fehlenden baureifen Planung, um die befürchtete Engstelle in diesem Bereich zu beseitigen und für einen flüssigen Verkehrsverlauf zu sorgen.

 

Zwei weitere Gäste sorgten zusammen mit Lothar Riebsamen für einen Rückblick auf das Projekt „B 31-Umgehung“. Wolfgang Stuckenbrock, früherer SPD-Fraktionschef im Friedrichshafener Gemeinderat, erinnerte daran, dass schon seit Beginn der 60er Jahre über eine solche Umgehungsstraße debattiert wurde. Dass es Jahrzehnte dauerte, bis der Straßenbau jetzt endlich klappte, sei für ihn „ein Trauerspiel“. Ähnlich sah es auch Rolf Schilpp, CDU-Stadtrat und ein Sprecher des Bündnisses „Pro B 31“. Er werde genau hinschauen, ob der vorgelegte Zeitplan auch eingehalten werde, versicherte er dem Gastgeber DEGES.

 

Auch Lothar Riebsamen warf einen Blick in die jüngere Vergangenheit. 2009 nach seinem Amtsantritt als Bundestagsabgeordneter sei das Thema des Straßenbaus zwischen Friedrichshafen und Immenstaad immer wieder in den Diskussionen aufgetreten. Er habe das Thema ständig in Berlin in Erinnerung gehalten. Vier Jahre später, kurz vor der anstehenden Bundestagswahl, konnte dann die Zusage zur Finanzierung des Projekts durch den Bund veröffentlicht werden. Es gab vorbereitende Arbeiten, bis 2014 endlich der erste Spatenstich vollzogen wurde. „Schön, dass wir heute auf einer laufenden Baustelle stehen“, zeigte sich Riebsamen erfreut. Und ein klein wenig Wahlkampf durfte auch nicht fehlen: „Das ist meine Botschaft. Wir haben geliefert.“

 

Weitere Informationen zu den Abläufen der Bauarbeiten vermittelte Christoph Becker auf der bereits fertigen Brücke an der Anschlussstelle Schnetzenhausen.

 

Hier bedankte sich zum Schluss der Führung BPC-Präsident Manfred Weixler bei Christoph Becker und allen Teilnehmern der Besichtigungstour für das engagierte Frage- und Antwortspiel. Becker und Riebsamen nahmen anschließend die Einladung an, beim Dienstag-Stammtisch des BPC weitere Informationen auszutauschen.

Herbert Guth

zur Bildergalerie/Fotos: Herbert Guth