Bierseminar mit Weltreise

Erlebnisreicher Nachmittag für 30 Mitglieder und Gäste des Bodensee-Presseclubs Friedrichshafen

 

Von Herbert Guth

 

Was haben die Kronen-Brauerei in Tettnang und eine Reise um die Welt mit einem Luxus-Schiff gemeinsam? Ganz einfach: Der Bodensee-Presse-Club (BPC) mit Sitz in Friedrichshafen brachte beide Begriffe in einer Veranstaltung für Mitglieder, Gäste und Freunde zusammen.

Bei einer Bierprobe im Maschinenhaus der Brauerei Gasthof „Krone“ in Tettnang mit anschließendem kurzweiligem Reisebericht von Mitglied und SÜDKURIER-Fotograf Uli Lancé erhielten die rund 30 Teilnehmer sowohl Einblicke in die Welt der Braukunst und des weltweit hoch gelobten Tettnanger Hopfens, als auch in die Schönheiten, aber auch gelegentlichen Schwierigkeiten, einer Reise rund um den Globus.

BPC-Präsident Manfred Weixler versprach nicht zu viel, als er in seiner Begrüßung ankündigte, dass am Ende des Vortrags von Fritz Tauscher jeder Teilnehmer anschließend weiß, was die Begriffe „Bier zwickeln, anschwänzen, abläutern oder aufkräusen“ bedeuten.

 

Fritz Tauscher, dessen Familie seit 1847 jetzt in siebter Generation Bier in Tettnang braut, führte seine Zuhörer „im Schweinsgalopp“ durch die Geheimnisse der Bierherstellung. Parallel zu den Ausführungen wurden das untergärige helle Vollbier „Keller-Pils“ probiert, als auch die neuen Sorten der Spezialitäten-Brauerei Hopfengut No. 20, angesiedelt im Hopfen-Museum von Tettnang, mit Namen „pale ale“ oder „black ale“. Die kleine aber feine Brauerei von Hopfengut No. 20 hat sich zur Aufgabe gestellt, den Hopfen insgesamt mit seiner ganzen Vielfalt darzustellen.

Als Ergebnis konnten Biere in den Geschmacksrichtungen „Blütenhonig, Aprikose, leicht süß und fein bitter“ oder „Mandarine, Kaffee, weich und voll“ verkostet werden. Solche speziellen Erzeugnisse werden heute als „Craft-Bier“ vermarktet und genießen in der Biertrinkerwelt hohe Aufmerksamkeit. Nicht umsonst kommen solche Sorten aus Tettnang auch beim Spezialitäten-Händler Dallmayer in das hochpreisige Angebot. „Dass wir dies geschafft haben, macht uns natürlich sehr stolz“, sagte Fritz Tauscher.

Dass der Referent als berufsmäßiger Biertrinker auch anderen Getränken nicht abgeneigt ist, bekundete er bei der Übergabe des Gastgeschenks, ein Nonnenhorner Wein, aus der Hand von Manfred Weixler.

 

Im zweiten Teil der Veranstaltung erhielten die Gäste einen Einblick darüber, wie schön eine Weltreise auf einem riesigen Kreuzfahrtschiff sein kann, aber auch welche Probleme im Vorfeld oder während der Fahrt, vor allem bei den angebotenen Landausflügen, bewältigt werden müssen.

Mit seinem ganz eigenen Humor, aber auch seiner Offenheit, mit der Unzulänglichkeiten nicht unter den Teppich gekehrt wurden, begeisterte Uli Lancé seine Zuhörer.

Die Reise auf der „Costa Luminosa“ führte Uli Lancé gemeinsam mit seiner Frau Birgit ab Savona in Italien zum größten Abenteuer seines maritim geprägten Lebens. Als passionierter Segler hatte er schon immer den Traum, einmal auf einemSchiff die Welt zu umrunden. Mit zunehmendem Alter gab er den Traum auf, dies in einem kleinen Segelboot zu bewältigen.

 

Im Dezember 2015 gab es ein unschlagbares Angebot der Reederei Costa für eine Weltreise. Eingeschlossen im Preis 15 Ausflüge an Land.

Die folgenden Monate waren ausgefüllt mit Regelungen für die Krankenversicherung, welche Reiserücktrittsversicherung oder Überführung in die Heimat bei Krankheit sind sinnvoll? Wie geht der Arbeitgeber mit dem Wunsch nach der Auszeit um? All dies wurde nach vielem hin und her gelöst.

Und dann begann im Januar 2016 das Abenteuer des Ehepaars Lancé. Dessen neue Heimat war vier Monate lang ein 294 Meter langes und 32 Meter breites Luxus-Schiff, das 2826 Passagiere beherbergen kann. 1050 Frauen und Männer der Besatzung kümmern sich um die Gäste.

 

Vom Mittelmeer ging es über den Atlantik nach Südamerika. In Recife suchte Uli nach dem Zeppelin-Landemasten und verzweifelt schier, bis er ihn endlich fand. Der Taxifahrer konnte mit der ruhmreichen Geschichte der Zeppelin-Luftschifffahrt rein gar nichts anfangen.

 

Der Höhepunkt für den Segler Lancé war die Umrundung von Kap Hoorn an der Südspitze von Patagonien. Nach weiteren Stationen in Südamerika ging es tagelang auf offener See zu den gelobten Inseln der Südsee, die aber gar nicht so traumhaft sind, wie immer geschildert – so erlebte sie zumindest Uli. In Dubai endete Ulis Wunsch nach einem Sitzplatz im für Frauen und Kinder vorbehaltenen Abteil, abgetrennt durch eine rosa Linie. Die freundliche Warnung einer deutsch sprechenden Einheimischen bewahrte ihn wohl vor einem unangenehmen Aufenthalt bei der Sittenpolizei.

 

Am Ende standen 108 Tage unterwegs, davon 58 Tage pure Erholung auf See, fünf Kontinente erlebt, 37 Häfen angelaufen, 32 000 Seemeilen zurückgelegt und die letzte Erkenntnis: „Die Erde ist wirklich rund“.

 

Zur Bildergalerie von Herbert Neidhardt