BPC-Jahresausflug

Vom wilden Bergbach zum gefesselten Fluss

 

Bodensee-Presse-Club beim Jahresausflug auf den Spuren des längsten Flusses in Deutschland

 

„Mir hat die Fahrt mit dem Bähnle und die dunkle Halle, in der die Lokomotiven stehen, am besten gefallen.“ Das war der Kommentar des fünfjährigen Micah auf der Heimfahrt vom Ausflug des Bodensee-Presse-Clubs (BPC). Ziel der Exkursion war in diesem Jahr die Ausstellung „Rhein-Schauen“ mit Museum und Rheinbähnle in Lustenau (Vorarlberg). Andere Mitglieder und Gäste zeigten sich über den Vortrag zum neuen Projekt „Rhesi“ beeindruckt. Rhesi steht für "Rhein - Erholung und Sicherheit". In den kommenden Jahren soll das Mündungsgebiet des Rheins sowohl vom Hochwasserschutz her, als auch vom Aussehen umgestaltet werden. „Heute ist dieses Gebiet ja wenig ansehnlich“, sagte dazu spontan BPC-Mitglied Manfred Sauter beim Blick auf kahle Dämme und unwirtliche Flächen neben dem Rhein in seinem Mündungsgebiet.

 

Der Vorstand des Bodensee-Presse-Clubs hatte es sich in diesem Jahr zum Ziel gesetzt, den 40 beteiligten Mitgliedern und Gästen einen Einblick in die Pläne der Schweiz und Österreichs im Mündungsgebiet des Rheins, des längsten Flusses in Deutschland, zu bieten. Mit der Bahn ging es von Friedrichshafen aus über Lindau und Bregenz nach Lustenau. Geboten wurde bei Vorträgen im Museum „Rhein-Schauen“ Natur, Technik und Erlebnis für Jung und Alt. Die Teilnehmer am Ausflug zeigten sich fasziniert vom Rhein, der das Leben in dieser Region zwischen zwei Ländern in der Vergangenheit beherrschte. In der Geschichtshalle gab es spannende Informationen über den Rhein vom ursprünglichen Wildbach bis hin zum gefesselten Strom.

 

Dieser Fluss am Beginn seiner langen Reise in die Nordsee wird die Region aber auch in Zukunft beherrschen. Das wurde deutlich beim einprägsamen Fachvortrag zum Hochwasser-Schutzprojekt „Rhesi“. „Rhesi“ wird nicht mit dem Traktor abgeholt, wie das bekannte Lied suggeriert. Vielmehr ist das Projekt die erste große Etappe der Umsetzung des Entwicklungskonzepts Alpenrhein, welches im Jahr 2005 von den Regierungen Vorarlbergs, Liechtensteins, Graubündens und St. Gallens unterzeichnet wurde.

 

Im Rahmen des Entwicklungskonzepts Alpenrhein hat sich herausgestellt, dass die Hochwassergefährdung und damit verbunden die Hochwasserrisiken auf dem Abschnitt unterhalb der Illmündung auf der Strecke der Internationalen Rheinregulierung am größten sind. Mit der Behebung der aktuellen Defizite soll die Voraussetzung für eine nachhaltige regionale Entwicklung geschaffen werden. Dabei ist mit den Landressourcen schonend umzugehen sowie das ökologische Verbesserungspotenzial zu nutzen, war der Kern der Aussagen im informativen Fachvortrag.

 

Es folgte eine erlebnisreiche Fahrt mit der museumseigenen Schmalspurbahn. Der Spaziergang hin zur Rheinmündung verschaffte weitere Einblicke in diese geschichtsträchtige Gegend. Der eine oder andere Stein aus dem Geschiebe des Rheins wanderte in die Handtasche und dient als Erinnerungsstück an diese Ausfahrt.

 

Abschluss des Tages war dann bei einem Winzervesper im Rädle Hornstein in Nonnenhorn (Weinstube zum Winzer). Hier fasste BPC-Präsident Manfred Weixler die Höhepunkte des Tages zusammen. Von den Teilnehmern habe er im Laufe des Tages viel Zuspruch für eine solche Tagesfahrt erhalten. Sie sei nicht zu sehr überfrachtet gewesen, es habe Zeit für viele Gespräche und auch neue Kontakte gegeben. Sogar Kinder seien wieder einmal mit beteiligt gewesen, hob er hervor. Weixler machte neugierig auf die Pläne für das kommende Jahr, wollte aber zum Abschluss der Fahrt noch nichts verraten. „Ich will wieder einmal mit so einem Bähnle fahren“, sagte der müde Micah auf der Heimfahrt. Mal sehen. Es gibt ja noch mehr historische Eisenbahnen in der Region. Vielleicht hat der Vorstand schon eine Idee für 2017!

 

Herbert Guth

 

 

 

Einen bunten Bilderbogen bietet unsere Fotogalerie von Herbert Neidhardt.