Starkbieranstich im GZH

Michael Tschek

Zwei Schläge und der Zapfhahn sitzt

 

Andreas Köster besteht bravourös Feuertaufe beim Starkbier-Anstich im GZH

Spannender Moment: Schafft er’s oder schafft er’s nicht? Michael Weiss (Meckatzer), Thomas Zehrer (Zehrer Gastronomie), Konrad Abt (Firma Buchmann) und Bürgermeister Andreas Köster (Bürgermeister) beim Starbieranstich.  Michael Tschek
Spannender Moment: Schafft er’s oder schafft er’s nicht? Michael Weiss (Meckatzer), Thomas Zehrer (Zehrer Gastronomie), Konrad Abt (Firma Buchmann) und Bürgermeister Andreas Köster (Bürgermeister) beim Starbieranstich. Michael Tschek

 

 

 

(Friedrichshafen sz) Nach einer Pause im vergangenen Jahr haben sich rund 650 Freunde des besonders starken Bieres am Samstag zur Mittagszeit im Foyer des Graf-Zeppelin-Hauses eingefunden, um beim Starkbier-Anstich den süffigen Start in die Fastenzeit fröhlich zu feiern. Eingeladen zu diesem gesellschaftlichen Ereignis hatte das Friedrichshafener Amt für Tourismus in Kooperation mit dem Gastronomiebetrieb Zehrer, der Brauerei Meckatzer sowie der Fleisch- und Wurstfirma Buchmann und dem Blumenhaus Mayer.

 Ach, wie gut, dass es doch die Paulaner Mönche gegeben hat, die die frühchristliche, klösterliche Tradition, Starkbier während der Fastenzeit zu einem beliebten Nahrungsmittel zu erheben ins Leben gerufen hatten. Solch eine Tradition übernimmt man doch gerne und so gilt auch heute noch: „Flüssiges bricht das Fasten nicht“. Das dachten sich dann auch die rund 650 Gäste, die – viele von ihnen in Dirndln und Lederhosen gekommen – nach dem musikalischen Auftakt mit dem bayrischen Defiliermarsch vom Tourismusdirektor Dietmar Philipp im Foyer empfangen wurden. Auf ganz neues Terrain musste sich dabei Bürgermeister Andreas Köster begeben, dem in Anwesenheit seines Vorgängers Peter Hauswald die besondere Ehre übertragen worden war, das 50-Liter-Fass mit dem süffigen Gebräu anzustechen. „Sie haben bestimmt im Sommer in Ihrem Garten das Anzapfen an einigen Fässchen trainiert“, mutmaßte der Tourismusdirektor. Und da muss schon war dran gewesen sein, denn so selbstsicher er – vorsorglich mit einem Lederschurz bekleidet – den Holzhammer in die Hand nahm und mit zwei kräftigen Schlägen den Zapfhahn hineintrieb, ließen eine solche Spekulation durchaus zu. „O’zapft is“ konnte er mit dem ersten gefüllten Krug in der Hand verkünden, wobei ihm die Starkbier-Gemeinde stehend huldigte und ihm zuprostete.

 Einen Tipp gab Dietmar Philipp dem neuen Zapfmeister Köster, der in kurzer Zeit zwei Grippen hinter sich gebracht hatte, noch mit auf den Weg. „Ob Starkbier gesund macht, weiß man nicht, aber nach drei oder vier Krügen ist das auch grad egal“. Brauereichef Michael Weiss von der Meckatzer Brauerei erklärte der Festgemeinde, welch einzigartiges Gebräu durch ihre Kehlen fließen würde. Nach über 30 Jahren sei dies wieder das erste Starkbier gewesen, das seine Brauerei eigens für dieses Fest im GZH hergestellt hätte. Der Sud bestehe aus sechs verschiedenen Malz- und Hopfensorten, ließ er wissen. Wie gut das Freibier auch ankam, sah man an der regen Betriebsamkeit der Bedienungen, die laufend frisch gefüllte Steinkrüge an den Tischen servierten. Die zunehmend bierselige Stimmung wurde noch durch die achtköpfige Blechbläserformation „BlechXpress“ aus dem Argental unterstützt, die mit Polka, Märschen aber auch Schlagermedleys die Gäste zum Schunkeln und Mitklatschen animierte.

 Ein eingefleischter Starkbier-Anstich-Kenner wusste, was an diesem Samstag auf ihn zukommen würde und deshalb war es nur zu erklärlich, dass in der Tiefgarage des GZH nur wenige Parkplätze belegt waren. Die meisten haben sich nämlich hinchauffieren lassen oder sind mit Bus oder Bahn gekommen – sehr vernünftig.

 

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